Hundephysiotherapie

Die Physiotherapie ist eine der ältesten Heilmethoden der Welt und wird seit Jahrtausenden am Menschen erfolgreich angewendet. Es handelt sich um ein medizinisches Fachgebiet, das sich mit der Anwendung physikalischer, das heißt arzneiloser Mittel, beschäftigt, wie z. B. Massagen und Krankengymnastik. Seit einigen Jahren werden nun auch in der Tiermedizin große Erfolge mit der Tierphysiotherapie erzielt und in den USA, Großbritannien und den Niederlanden ist sie längst etabliert. Dies ergibt sich schon aus der Vielfalt der Anwendungsgebiete. Die Tierphysiotherapie fängt da an, wo übliche Therapiemöglichkeiten aufhören bzw. ergänzt diese. In der Humanmedizin werden diese Patienten so bald wie möglich zur Anschlussbehandlung an die Physiotherapie überwiesen. Beim Hund ist eine vergleichbare Behandlung genauso wichtig, weil die Heilung nachgewiesenermaßen besser und schneller eintritt. Hauptziele der tierphysiotherapeutischen Behandlung sind die Schmerzlinderung, Muskelaufbau und –erhalt, Verbesserung der Gelenkbeweglichkeit und Wiedererlangung oder weitgehende Verbesserung eines normalen (physiologischen) Gangbildes, als auch Prophylaxe in der Sportphysiotherapie und Linderung von Altersbeschwerden (Geriatrie). Das Ziel ist es, erkrankte Tiere schnell und sanft an normale physiologische Bewegungsabläufe heranzuführen und dadurch gefährliche Folgeschäden zu vermeiden. Generell ermöglicht der Einsatz der Tierphysiotherapie, dass eine Erkrankung am Bewegungsapparat schneller überwunden wird und dass das Tier früher schmerzfrei ist und schneller gesund wird. Die Tierphysiotherapie stellt keinen Ersatz für eine tierärztliche Behandlung dar, sie kann aber diese Behandlung sehr sinnvoll unterstützen und den Heilungsprozess fördern und beschleunigen. Die Tierphysiotherapie wird unterstützend zur Tier-Schulmedizin und anderen alternativen Therapiemethoden eingesetzt. In der Regel arbeitet der Tierphysiotherapeut eng mit den zuständigen Tierärzten und Tierkliniken zusammen.

Idealerweise kommen Sie mit einer Diagnose Ihres Tierarztes oder einer Tierklinik, bringen Befunde und Röntgenaufnahmen zum ersten Behandlungstermin mit, nach einer eingehenden Allgemeinen Untersuchung & Anamnese, kann ich dann einen gezielten Behandlungsplan für Ihren Hund individuell aufstellen. Bitte planen Sie für diesen ersten Termin ca. 1 1/2 Stunden Zeit ein.

Elemente der Hundephysiotherapie:

  • Massage – Lockerung verkrampfter und verspannter Muskeln, Kräftigung schwacher Muskeln, Stimulation von Nerven, Förderung der Durchblutung und Stoffwechsel, Steigerung von Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden, beruhigende Wirkung
  • Bewegungstherapie (aktiv oder passiv) – Aufbau- und Kräftigung der Muskulatur, Dehnung von Muskeln, Sehnen und Bändern, Mobilisation von Gelenken, Konditionsverbesserung
  • Thermotherapie (Wärme- oder Kälteanwendungen) – Schmerzlinderung, Entspannung der Muskulatur, Anregung des Kreislaufs, Abbau von Schwellungen
  • Hydrotherapie Wasseranwendungen z. B. Schwimmen, aber auch Wickel, Güsse und Bäder zur Stärkung der Muskulatur, Durchblutungsförderung und Muskelentspannung
  • Physikalische Anwendungen wie z. B. Elektrotherapie, TENS (Transkutane Elektrische Nerven Stimulation) Magnetfeldtherapie, Therapeutischer Ultraschall – je nach Methode Anregung und Durchblutung, Zellaktivität, Abtransport von Schadstoffen aus den Zellen etc.


Einsatzmöglichkeiten der Hundephysiotherapie:

  • Vor- und nach Operationen zum Muskelaufbau und Verbesserung der Gelenkbeweglichkeit bei - Frakturen (Knochenbrüche),  Bänderschäden (Kreuzbandriss), Einsatz eines künstlichen Hüftgelenkes
  • Rehabilitation von Lähmungserscheinungen (z. B. nach Nervenverletzungen durch Unfall, Bandscheibenvorfall)
  • Vorbeugen von Verschleißerscheinungen bei Hunden mit Gelenkfehlstellung (z. B. bei HD - Hüftgelenksdysplasie)
  • Narbenbehandlung nach Operationen
  • Unterstützung bei älteren Hunden (geriatrisch) zum Erhalt oder Verbesserung der Beweglichkeit
  • bei chronischen Schmerzen als begleitende schmerzlindernde Maßnahme
  • Unterstützend bei sportlichen Aktivitäten der Hunde (z. B. Agility, Arbeitshunde, Rettungshunde)

 

 

 

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